Er spricht vom leisen Wachstum der Eiche, von Ringen, die Jahreszeiten zählen, und von der Wahl zwischen Akazie, slavonischer und französischer Eiche. Im Keller hört man später sanftes Atmen der Dauben, während Wein Geduld lernt und Konturen gewinnt.
Im Halbdunkel zeichnet das Feuer Linien auf Ton. Formen, inspiriert von Amphoren, lassen Weißweine atmen, ohne sie zu verschlucken. Die Töpferin beschreibt mit rußigen Händen, wie Poren und Geometrie Dialoge ermöglichen, in denen Säure leuchtet und Textur ruht.
Zwischen Akazien und Kastanien summt eine helle Musik. Der Imker zeigt Waben, die nach Blüte, Wald und manchmal nach Kräutern duften. Ein Löffel auf die Zunge, dazu ein Schluck Rebula: plötzlich tanzt Honig mit Schalenwürze und frischer Salzigkeit.
Unter einem Blätterdach raschelt Licht auf Tellern. Ein Hof bringt Brot aus Sauerteig, Ziegenkäse mit Wildkräutern, Tomaten aus der Mauerfuge. Dazu ein kühler Zelen: Zitronenzeste, nasser Stein, feine Bitterkeit. Gespräche verweilen zwischen Gabeln und lachen weiter.
Im Kerzenlicht atmet der Raum langsamer. Drei Jahrgänge Rebula stehen nebeneinander, ein Käse reibt Salbei in die Luft. Erste Schlucke sind zurückhaltend, dann weiten sie den Mundraum, zeigen Schale, Kräuter, Nüsse, und bleiben, als wollten sie noch etwas sagen.
Zwischen Ständen ruft jemand Preise, Papier raschelt, Flaschen klirren. Eine Bäuerin legt Ringlotten aus Brda aus, ein Imker schenkt Kastanienhonig auf Holzlöffel. Wir suchen Zutaten für das Picknick und lernen Geräusche, Dialekte und Handschläge als Wegweiser kennen.
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